Männerrunde Willsbach

Berichte von Männern, über ihre Erfahrungen mit Stufen des Lebens

www.reli.de - und die Folgen

Bericht über ein Männerwochenende

Als am Reli interessierter Kursleiter schaute ich mir die damals neue Web-Seite im Internet an. In der Unterabteilung „Männerarbeit“ wurde für die Männerklausur im Kloster Triefenstein geworben. Das reizte mich, einmal nur mit Männern ein paar Tage im Kloster zu verbringen. Meine Bedenken: Komme ich mir da nicht wie ein Fremdkörper vor? Ich hatte nur Kontakt zu dem Organisator dieser Freizeit, Gerhard Trojer. Ich dachte, beim Reli kenne ich mich aus und es wird sicher jemanden geben, mit dem du fachsimpeln kannst. Ich meldete mich an. Außer dem Interesse an der Christusbruderschaft, deren Musikband ich mit 18 vor 33 Jahren auf einem Dorf begeistert hörte, erhoffte ich mir schon beruflich ein inneres Auftanken.

Die Christusträger-Brüder waren früher in Bensheim, jetzt in diesem sagenhaften Kloster Triefenstein am Main in der Nähe von Wertheim. Außerdem sind mehrere Brüder in Ralligen am Thuner See / Schweiz, in einem Krankenhaus in Vanga / Zaire, seit vielen Jahren in Kabul/ Afghanistan und seit einiger Zeit in Meißen. Waltraud Mäschle ließ in den Kursleitertreffen immer mal wieder etwas von deren segensreichen Wirkungen durchblicken.

In Triefenstein angekommen, noch etwas fremd und ungewohnt, war man bald bei einem echten Du. Die Bibelarbeiten, von den Brüdern gehalten, gaben im Kleingruppengespräch einen ehrlichen Austausch, der sich oft in Gesprächen unter vier Augen beim Spaziergang fortsetzte.

Warum das Vorbereitungsteam solche für mich „furchtbaren“ Themen wie „Gehorsam“ oder im letzten Jahr „Dienen“ als Überthema setzten, konnte ich nicht herausfinden. Nun das eine, sie waren für mich „fruchtbar“ geworden. Z.B. auch wenn es fast ein Jahr dauerte, bis ich ein mir dort vorgenommenes Versöhnungsgespräch führte.

Was ich angenehm empfand, dass Männer aus vielerlei Glaubensströmungen und Prägungen dort beisammen sein können, ohne dass man in eine Richtung gedrängt wird, eben Reli-gemäß: Man muss nicht! Und trotzdem bleibt immer wieder der Hinweis auf den einen verbindenden Mittelpunkt: Jesus Christus.

Sie sollten es hören können, wie Männer Witze machen und herzlich lachen können oder wie eindrucksvoll es klingt, wenn 50 Männer singen und Gott loben. Diese Erfahrung kann Man(n) nur selber machen. Die nächste Klausur? Einfach nachschauen im Internet unter www.stufendeslebens.de .

Karl-Heinz Fruth, Möglingen

   

Auch Sie können mir einen Bericht zusenden, den wir dann eventuell veröffentlichen!

maennerrunde-willsbach@t-online.de

Baden - Männer-Reli ... hat Zukunft

Als Landwirt werde ich oft gefragt, wie bringst du Betrieb und Freizeiten, welcher Art auch immer, unter einen Hut? Auch als Landwirt ist Erholung notwendig und wichtig. Mit der richtigen Organisation sind auch Erholungszeiten möglich. Für mich gehört der Männer-Reli zu einer zwar kurzen, aber sehr wichtigen und intensiven Auftankphase, da hier nicht nur Körper, sondern vor allem die Seele einen richtigen Schub bekommt. Als mir das erste Mal 1999 eine Einladung vom Amt für missionarische Dienste Baden für den Männer-Reli auf dem Schreibtisch landete, war ich natürlich neugierig auf die Männer, die sich auf eine reine Männerrunde einlassen. Durch meine Frau als Kursleiterin hatte ich schon über mehrere Jahre Erfahrungen mit den „Stufen des Lebens“, sei es bei den Vorbereitungen oder auch als einer der wenigen Männer, die beim Reli für Erwachsene dabei sind. Diese Art der Glaubensvermittlung ist für Männer eine besondere Herausforderung. Durch das persönliche mit hineingenommen werden in das Geschehen (die biblische Geschichte) ist ein aktives Mitwirken, ein sich Öffnen und innere Preisgabe notwendig, das uns Männern oft nicht leicht fällt. Mich persönlich fasziniert dieses Ansprechen aller Sinne, das der Reli bewirkt, diese ganz andere Art, über die Bodenbilder und ihre Botschaften an die Bibel und den Glauben heranzugehen. Neugierig durch diese Erfahrungen in gemischten Reli-Gruppen machte ich mich auf die 200 km nach Neusatz zum Henhöferheim auf den Weg und fühlte mich durch die freundliche und aufgeschlossene Begrüßung durch Herrn Steffe von Anfang an wohl. Nach einer Vorstellungsrunde und anfänglicher Distanz in der ersten Einheit kamen wir dann rasch, durch einige „reli-erfahrene“ Männer begründet, zu einem lockeren Miteinander. Auch der zwanglose Männerabend trug zu einer guten, offenen und freundlichen Gemeinschaft bei. In dieser entspannten Atmosphäre war es einfach, sich auf den „Platz an der Sonne“ einzulassen. Mein persönlicher Eindruck ist, in den Männergruppen wird weniger „aus dem Bauch heraus“ geredet. Es wird mehr abgewägt, welches Wort ist wann und bei welchem Anlaß gerechtfertigt. Selbst bei den Liedern waren Unterschiede zu bemerken. Wir Männer singen unbekümmerter, auch wenn einige Töne nicht so ganz passen. Wenn dann noch Frieder Gutscher mit seiner Gitarre dabei ist, geht in dieser Hinsicht sowieso nichts mehr daneben. Ich war jetzt dreimal beim „Männer-Reli“ dabei und werde, wenn er weitergeführt wird und persönlich nichts Gravierendes dazwischen kommt, auch in Zukunft dabei sein.

Harry Hörner, 97956 Wenkheim

   

Männer segeln gerne oder warum STUFN DES LEBENS auch etwas für Männer ist

Gemeinsam mit meiner Frau habe ich wieder einmal einen Reli-Kurs (Stufen des Lebens - Religionsunterricht für Erwachsene) besucht: Bo(o)tschaften, die ins Leben fallen. Ein Kurs, in dem es u.a. um einige Boot-Geschichten aus der Bibel geht, die anhand von Bodenbildern plastisch dargestellt werden. Und es geht natürlich um das eigene Leben: Jesus und die Jünger im Boot; es kommt ein Sturm auf und Jesus hält ein Schläfchen... Unverschämtheit! Die Jünger haben Angst, wissen nicht weiter und Jesus hat nichts Besseres zu tun als zu schlafen. Ist das nicht auch so in unserem Leben? Wir Männer kämpfen unseren Lebenskampf, sei es im Beruf, in der Familie oder gegen den Rest der Welt. Und wir haben dabei oftmals das Gefühl, dass Gott sich nicht um uns kümmert, uns nicht unterstützt. Oder die nächste Geschichte: Jesus nötigt erst die Jünger ins Boot und lässt sie dann allein. Es wird windig und auf einmal kommt Jesus auf dem Wasser zu ihnen. Alle schreien vor Schrecken, weil sie ihn für ein Gespenst halten. Petrus will es nun wissen, er steigt aus dem Boot und geht Jesus entgegen. Dann sieht er jedoch nicht mehr auf Jesus, sondern auf den starken Wind, er sinkt, bekommt es mit der Angst zu tun und ruft Jesus um Hilfe. Jesus hält ihn an seiner Hand und nennt ihn kleingläubig. Auch hier finde ich mich als Mann wieder... Petrus, der mutige, der als Einziger das Boot verlässt. Die anderen bleiben da, wo es scheinbar sicher ist. Petrus begibt sich in die Unwägbarkeiten des Lebens, er verlässt den festen Boden des Bootes und begibt sich auf schwankenden Untergrund.

Bei diesen Erzählungen aus der Bibel merke ich, dass sie etwas mit meinem Leben als Mann zu tun haben. Oft fühle ich mich so wie die ängstlichen Jünger oder wie Petrus. Ich muss mich auch durch stürmische Zeiten kämpfen und ich will auch manchmal hinaus aus dem sicheren Boot...

Warum sind dennoch so wenige Männer bei den Reli-Kursen dabei?

Verantwortliche Frauen (!) haben mich gebeten, dieser Frage einmal nachzugehen.

Da fällt mir doch glatt auf, dass es vor allem Frauen sind, die die Arbeit ins Leben gerufen haben und jetzt verantworten. Nein, nicht nur, auch Männer sind dabei, aber in überschaubarer Anzahl; und vor allem in technischen Bereichen tätig. Also eine Arbeit von Frauen für Frauen? Also gerade nichts für Männer? Und dennoch stimmt es so nicht. Auch Männer sind inzwischen bei Reli engagiert und arbeiten mit den Kursen in Kirchengemeinden und in der Erwachsenenarbeit. Sind das aber vielleicht eher Männer mit einem besonders großen weiblichen Anteil in sich?

Nein, aber es sind schon besondere Männer!

Und zwar solche, die bereit sind, über sich und ihr Leben nachzudenken. Die sich nicht damit begnügen, sich leben zu lassen. Die auf Spurensuche im eigenen Leben gehen und neugierig sind auf das, was sie dort finden. Die auch unangenehmen Wahrheiten ins Gesicht schauen und weder dem Müll, noch den Ängsten und dunklen Seiten in ihrem Leben ausweichen. Die wissen, dass Selbstreflexion ihr Leben wertvoller macht, weil sie sich selbst und ihre Handlungen und Reaktionen besser verstehen lernen.

-> die bereit sind, an sich zu arbeiten, sich zu verändern und sich verändern zu lassen. Also Männer, die sich weiterentwickeln wollen. Die in ihrer Persönlichkeit wachsen wollen, weil sie eingesehen haben, dass sie nicht perfekt sind und positive Veränderung ihr Leben bereichert. Goethe hat mal gesagt: „der Charakter ruht auf der Persönlichkeit, nicht auf den Talenten“.

-> die bereit sind, das, was sie für ihr Leben gelernt haben, an andere Menschen weiterzugeben. Denn wir profitieren doch nur in sehr geringem Maße davon, was in klugen Büchern steht. Meine Erfahrung ist, dass wir am meisten von anderen Menschen lernen, die glaubwürdig und ehrlich von ihren Stärken und Schwächen berichten. Bei Reli-Kursen sind mir manche Männer begegnet, die andere an ihrem Leben (mehr oder weniger) Teil haben lassen und die mir bei persönlichen Fragen weitergeholfen haben.

-> die offen sind für andere Menschen und sich für andere Menschen interessieren. Bei Reli-Kursen trifft man sehr viele Menschen, auch Männer, die wegsehen können von sich selbst. Die nicht nur im Mittelpunkt stehen wollen. Sondern solche, die ein gutes und aufrichtiges Interesse an anderen haben, weil sie wissen, dass der Mensch Beziehung zum anderen braucht und weil wir in Beziehungen erst zu uns selbst finden können.

-> die gerne etwas Aktives machen und nicht so viel reden. Wir Männer sind sowieso von Natur aus eher haptische und visuelle Typen, also wir „begreifen“ gerne etwas und sehen uns gerne (schöne) Dinge und Menschen (!) an. Daher sind Reli-Kurse besonders geeignet für Männer, weil sie aktiv sein können, sei es beim Auf- und Weiterbau der Bodenbilder oder bei den unterschiedlichen Aufgaben (beim Bodenbild mit einem Segelschiff gab es eine längere Diskussion und mehrfaches Umbauen, wo die kleinen Fähnchen an den Tauen befestigt sind und in welcher Richtung sie dann bei Wind von vorn im Wind stehen!).

Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, einfach Männer verstärkt einzuladen. Warum nicht einmal einen Kurs nur für Männer anbieten? Der Bo(o)tschaften-Kurs eignet sich dafür besonders, weil wir Männer den Wunsch nach Abenteuer sowie nach Wasser und Meer im Blut haben. Welcher Mann träumt nicht davon, einmal mit einem Segelboot übers Meer zu fahren? Freiheit, ferne Länder, Lagerfeuer am Strand...

Ich bin überzeugt, dass Männer durch die Boot-Geschichten (und andere Reli-Kurse) angesprochen werden und dadurch Gott und sich selbst besser kennen lernen und ihr Leben reicher wird.

Also Männer (und auch Frauen): macht Euch auf den Weg zum Reli-Kurs, es lohnt sich. Allerdings muss ich fairerweise sagen: Achtung, ein solcher Kurs verändert das Leben.

Andreas Wegend, 49 Jahre, verheiratet, 4 Kinder, Jurist in Berlin